Kennzeichen: Hörner und ein weißer Kopf

Hinterwälder erkennt man an den Hörnern und einem weißen Kopf

Wer gerne Hinterwälder im Original treffen möchte, dem sei eine Wanderung durch den Hochschwarzwald empfohlen. Doch dort stehen mittlerweile nicht mehr nur Hinterwälder auf den Weiden – woran also erkennt man sie?
Hinterwälder gehören zu den Zwergen unter den Kühen, sie sind recht klein und feingliedrig. Vom Boden bis zum Widerrist – also dem Übergang zwischen Hals und Rücken – messen sie rund 125 cm. Nun hat man nicht immer ein Metermaß im Wanderrucksack oder den direkten Vergleich zu größeren Kühen. Macht nichts, man kann Hinterwälder auch daran erkennen, dass sie Hörner haben, ihr Fell ist ledergelb bis rot (so nennt man in der Tierfachsprache leuchtend braun) und außerdem meistens gescheckt. Beine und Kopf hingegen sind meistens weiß, beschreibt zum Beispiel die g-e-h.de die Tiere. Manch einer spricht hier auch von gefleckt, gescheckt oder gesprenkelt.  Walhalla-lamm.de erwähnt auch den tonnigen Rumpf mit einem mittelgroßen und gut melkbaren Euter.

Alte Rasse – Starke Sache

Ein Wort fällt immer wieder, wenn man über Hinterwälder liest: ROBUST. Das sind sie nämlich trotz ihrer feinen Glieder. Und nicht nur das. Man beschreibt sie auch als genügsam, weidetüchtig und langlebig mit einer hohen Fruchtbarkeit, einer harten Konstitution sowie einem sehr guten Fundament. Beindruckend, wenn man bedenkt, dass sie zu den Zwergen unter den Kühen gehören. So kommt man nicht umhin um den Ausspruch: Klein, aber oho! Übrigens sind die Männer bei den Hinterwäldern auch nicht viel größer als ihre Mädels. Dafür sind sie aber um einiges schwerer: 380 – 480 kg wiegen die Kühe, hingegen um die 750 kg die Bullen! Mehr dazu auf www.bio-in-bw.de.

Rindfleisch: Feine Muskelfasern sorgen für guten Geschmack

Übrigens hat sich auch die Wissenschaft schon mit den Kennzeichen der Hinterwälder beschäftigt, vor allem mit jenen des Geschmacks. Die Bundesanstalt für Fleischforschung (echt, die gibt es wirklich 😊) mit Sitz in Kulmbach in Oberfranken ist dem nachgegangen und hat Hinterwälder Fleisch mit dem dem von Fleckvieh verglichen. Darüber schreibt Dr. Franz Maus in einem Artikel und berichtet, dass die Zartheit des Hinterwälder Fleisches beim Verzehr 14 % besser eingestuft  wurde. Und woran liegt das? Es wird der Muskelfaserfläche der Hinterwälder zugeschrieben. Sie ist 20 % kleiner als bei den Vergleichstieren. Übrigens wurde auch das Aroma 9 % besser bewertet als bei den Vergleichstieren.

Nun denn, wohl bekomm’s!

Unsere Artikel werden von Annika Burger geschrieben. Sie ist die Göttin der Sprache mit einem riesen Herz für Mensch und Tier. Als freie Umweltjournalistin hat sich übrigens auch ihren eigenen Blog: tellerrand.blog