Herkunft: Igguss, Sohn von Igdian und der Königin

Was klingt wie der Beginn einer dramatischen Heldensage, in der Schwerter gezückt, Drachen besiegt und Prinzessinnen gerettet werden ist – die Bullenempfehlung der Rinderunion Baden-Württemberg. Und tatsächlich tragen vor allem die Bullen dort solch sagenhafte Namen.

Igguss ist ein Vorderwälder Rind und auch wenn keine Heldengeschichten über ihn bekannt sind, so ist er doch ein besonderer Bulle, nämlich ein Zuchtbulle. Das heißt, er wurde ausgewählt, das weiter zu geben, wofür die Vorderwälder bekannt sind: bestens angepasst an die Bedingungen im Schwarzwald. Das wiederum heißt, sie kommen mit Urgesteinsverwitterungsböden und steilen Hanglagen genauso gut klar, wie mit kurzen Vegetationsperioden und dem rauen Klima – liest man z.B. bei der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Rinderzucht- und Besamungsorganisationen e.V. (ASR) . Nur der „kleine Bruder“, das Hinterwälder Rind, kommt noch besser klar mit den Schwarzwälder Bedingungen, deswegen ist das kleinste Rind auch wirklich in den Höhenlagen des Schwarzwalds, rund um Feldberg und Belchen zu finden und das Vorderwälder Rind auch in den etwas gemäßigteren Zonen des Schwarzwalds.

Vorderwälder Zuchtziel: Problemlose Kuh

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) berichtet detailliert über die jeweiligen Rassen. Zum Zuchtziel des Vorderwälder Rinds schreibt sie: „Zuchtziel ist eine problemlose Kuh für Gemischtbetriebe mit Urlaub auf dem Bauernhof und Forstwirtschaft.“ Mhhh, soso – was ist denn eine problemlose Kuh? Nicht nur die GEH, auch andere Seiten gehen darauf näher ein. Geschätzt werden die mittleren Maße und Gewichte der Tiere, da sie damit sehr gut für den Weidegang geeignet sind. Hoch angerechnet wird auch das hohe Alter, auf bio-aus-bw.de berichtet der stellvertretende Vorsitzende des Vorderwälder-Rasseausschusses davon, dass 9 seiner 51 Milchkühe zwischen 8 und 12 Jahre alt seien. Die langen Lebenserwartungen der Vorderwälder machen die Haltung sehr attraktiv und die geringere Leistungen aufgrund der Größe wieder wett – eine lange Nutzungsdauer nennt man das im Fachjargon. Außerdem ist das Vorderwälder Rind ein klassisches Zweinutzungsrind. Das heißt, es wird sowohl für die Fleisch- als auch die Milchproduktion gehalten.

Two in one – das Zweinutzungsrind

Auch das Hinterwälder Rind ist ein Zweinutzungsrind, hier ist die Verteilung zwischen Fleisch- und Milchproduktion jedoch genau umgekehrt. Bio-aus-bw.de nennt 20% der Vorderwälder Kühe, die als Mutterkühe zur Fleischproduktion gehalten werden und 80% der Kühe, die für die Milch- und Fleischproduktion vorgesehen sind. Die Milchleistung liegt bei 5.500 kg pro Kuh und Jahr mit einem Fettgehalt von 4,1 % sowie einem Eiweißgehalt von 3,35 %. Bullen, also die Herren der Vorderwälder Schöpfung, nehmen täglich ca. 1.100 g zu und besitzen zum Schluss ein Schlachtgewicht von rund 330 kg.

PS: Igguss Tochter heißt übrigens Sarah

Unsere Artikel werden von Annika Burger geschrieben. Sie ist die Göttin der Sprache mit einem riesen Herz für Mensch und Tier. Als freie Umweltjournalistin hat sich übrigens auch ihren eigenen Blog: tellerrand.blog